Die Gestalt der Woche: Der Boden
Sonntag, 1. November 2026
Am späten Freitagabend rückte in Hennigsdorf eine Brücke an ihren Platz. Sechshundert Tonnen Stahl, zwei Jahre auf einem Festplatz gelagert, schoben sich langsam über eine Straße, und viele Neugierige blieben stehen und sahen zu. In derselben Woche lag eine Bombe aus einem alten Krieg unter der Strecke zwischen Hamburg und Berlin. An der Westküste hatte eine einzige falsch gesetzte Klemme ganzen Orten das Licht genommen. Was trägt, wurde sichtbar – einmal im Ankommen, öfter im Bruch. Aus solchen Bildern formt sich im Leser eine innere Gestalt, ein Imagio – weder bloßer Gedanke noch bloßes Gefühl, sondern beides verflochten, ein Bild von sich und von dem, worauf man steht. Sie fragt nicht, wer recht hat, sondern was hält. Die Gestalt dieser Woche hat einen alten Namen. Sie heißt: Der Boden.